Zur Fortsetzung der turnerischen Tradition, die in den Sportvereinen „Kaiser Wilhelm“ und „Frisch Auf“ ihren Ursprung hatte, wurde am 21. Mai 1921 ein Turn- und Sportverein in Hohnstedt gegründet, der im Jahre 1923 auf den Namen „Germania“ getauft wurde.

 

Durch Geld- und Getreidesammlungen, die einen Erlös von 4,7 Millionen Mark erbrachten, konnten in den wirtschaftlich harten Zeiten die ersten Sportgeräte angeschafft werden.

 

Durch großes Engagement und straffe Disziplin brachten es die Turner des Vereins zu vielen Erfolgen in dem damaligen „Oberleinegau“. Die Turner hatten im südniedersächsischen Gebiet einen ausgezeichneten Ruf.

 

Kurz nach Gründung unternahm der Verein auch die ersten Gehversuche im Fußball. Gespielt werden konnte dankenswerter Weise auf dem Sportplatz der Nachbargemeinde Edesheim. An einen eigenen Sportplatz war zu jener Zeit nicht zu denken, zu verankert war die Vorliebe der Hohnstedter Sportler zum Turnen.

 

Verbunden mit einem großen Turnfest an der „Steinhoffschen Feldscheune“ wurde die im Zeitraum von 1923 bis 1925 angeschaffte Vereinsfahne feierlich eingeweiht.

 

Bis zum Kriegsbeginn 1939 hielt der Verein regelmäßig seine Turnabende mit großem Erfolg ab. Durch die Einberufung vieler seiner Mitglieder musste dann der Sportbetrieb eingestellt werden. Im Mai 1946 genehmigte die britische Militärregierung die Wiedergründung des TSV „Germania“ in Hohnstedt. Schon bald wird das Turnen wieder aufgenommen, auch der Fußball beginnt wieder zu rollen. Mit den Spielern des Nachbarvereins TSV Vogelbeck wird eine Spielgemeinschaft gegründet.

 

Die Bestrebungen des Vereins richteten sich auf die Schaffung eines eigenen Sportplatzes in Dorfnähe. Nach Einschaltung des damaligen Landrates gelang es, eine Schafweide in den Leinewiesen unter Verwendung eigener finanzieller Mittel und Arbeitskraft als Sportplatz herzurichten. Da die Fußballer alsbald in Vogelbeck nicht mehr gebraucht wurden, spielte man auf dem eigenen Sportplatz in Damen-, Jugend- und Herrenmannschaften nunmehr Handball.

 

Da Not erfinderisch macht, wurde im Jahr 1949 der Beschluss gefasst, eine Box-Staffel zu gründen. Allerdings blieb es offensichtlich lediglich bei einer Absichtserklärung, jedenfalls sind in den Folgejahren keine Aktivitäten in dieser Richtung festzustellen. Auch das gesellschaftliche Leben im Verein und im Dorf wurde gestaltet, neben regelmäßigen Ausflugsfahrten und Veranstaltungen von Festen wurde auch eine Theatergruppe gegründet, die in den Wintermonaten zur Unterhaltung beitrug.

 

Im Jahre 1951 musste der noch junge Sportplatz, bedingt durch seine Lage im Hochwassergebiet, wieder aufgegeben werden. In der Folgezeit konnte der Spielbetrieb mehr schlecht als recht aufrecht erhalten werden. Auf verkehrsarmen Straßen, später auf dem Schulhof, wurde Leichtathletik betrieben. Auch Turnen wurde weiterhin angeboten. Mit der Nutzung des Clubzimmers in der Gastwirtschaft Drohtler baute sich sodann eine Tischtennisabteilung auf.

 

Mehrere Herren- und Jugendmannschaften nahmen mit einigem Erfolg an den Punktspielen im Kreis teil. 1965 konnte die TT-Abteilung den von der Kirchengemeinde zur Verfügung gestellten Pfarrsaal, dank der vehementen Unterstützung des damaligen Pastors, Herrn Pauly, nutzen.

 

Nach langen Gesprächen und Verhandlungen, oft geprägt durch gegenseitiges Unverständnis, war es 1969 endlich soweit. Am 26. Juli hatte die Gemeinde Hohnstedt einen Sportplatz, der es ermöglichte, eigene Fußballmannschaften auf heimischem Gelände spielen zu lassen. In einer Feierstunde wurde dem TSV „Germania“ der heutige Sportplatz übergeben. Mit der Einweihung des Platzes wurde auch ein „Spiel in Grenzen“ aller örtlichen Vereine eingeführt, eine dörfliche Veranstaltung, die durch die jährliche Wiederauflage zu einer liebgewonnenen Tradition geworden ist.

 

In der Anfangszeit legten nun die Verantwortlichen sehr viel Wert auf den Aufbau einer Jugendfußballabteilung, eine Mühe, die sich schon nach wenigen Jahren mit zahlreichen Titeln und Meisterschaften lohnen sollte. Ebenfalls wurden in der Folgezeit Mädchen-Handballmannschaften gebildet. Kurzum, das Sportleben erlebte einen enormen Aufschwung.

 

Mit den Feierlichkeiten zum 50jährigen Jubiläum entwickelten sich die Bedürfnisse des Verein immer weiter. Durch die Konzentration auf die Sparte „Fußball“ gerieten die übrigen Sportangebote ins Hintertreffen.

 

In Eigenleistung wurde die erste Beleuchtungsanlage auf dem Sportplatz errichtet und mit Unterstützung der Gemeinde Hohnstedt wurden die Toiletten in der ehemaligen Schule zu Umkleideräumen umgebaut. Aber auch andre Ausbesserungsarbeiten wurden erforderlich. So brach über Nacht eines der hölzernen Fußballtore auf dem Sportplatz zusammen. In einer Nacht- und Nebelaktion mussten die Tore ausgewechselt werden, um den Spielbetrieb nicht zu beeinträchtigen.

 

Nach Eingliederung der Gemeinde Hohnstedt in die Stadt Northeim gelang es Mittel zu erhalten, die einen Bau von Toiletten in einem massiven Gebäude auf dem Sportplatzgelände ermöglichten. Hier wurde der Grundstein für das heute bestehende Sporthaus gelegt.

 

Durch den Rückgang der Geburtenzahlen und durch ein erweitertes Freizeitangebot war der Verein im Jahr 1980 nicht mehr in der Lage, Jugendmannschaften nur aus eigenem Nachwuchs zu stellen. Aus diesem Grund wurde gemeinsam mit den Nachbargemeinden Edesheim und Vogelbeck die Jugend-spielgemeinschaft Leinetal gegründet. Diese Verbindung besteht, wenn auch nicht durchgängig mit allen Vereinen, heute noch. Wenn auch ein Stück Eigenständigkeit verloren ging, konnte man doch auf diesem Weg das Fußballangebot für den Nachwuchs aufrecht erhalten.

 

Am 13.06.1981 feierte der Verein seinen 60. Geburtstag. Hier reiften die Pläne für das nächste Projekt, den Ausbau des Toilettenhauses auf dem Sportplatz zu einem Sporthaus mit Gesellschaftsraum, Duschen und Umkleideräumen. Nach der Bereitstellung der finanziellen Mittel durch die Stadt Northeim und Ableistung zahlreicher freiwilliger Arbeitsstunden durch Mitglieder und Freunde des Vereins, war es im Jahr 1983 soweit. Die Behelfsumkleideräume in der Schule konnten verlassen und der Einzug in die neuen Räumlichkeiten vorgenommen werden. Damit nicht genug. Der Verein war bestrebt, die Ausstattung des Sportplatzes weiter zu verbessern. Durch Eigenleistung und einem hohen finanziellen Aufwand wurde 1986 auf dem Sportplatz eine für den Fußballbetrieb geeignete Beleuchtungsanlage mit sechs Lichtmasten und acht Leuchten installiert.

 

Im Jahr 1987 unternahm der Verein einen weiteren Versuch, auch für Nichtfußballer sportlich attraktiver zu werden. Es wurde eine Tischtennisabteilung gegründet, die allerdings nach einem 2jährigen Gastspiel den Spielbetrieb, aufgrund der hohen finanziellen Belastungen wieder einstellen musste. Eine deutliche Erweiterung des sportlichen Angebotes konnte mit der Fertigstellung der Gymnastikhalle mit Mehrzwecknutzung, deren Trägerschaft der TSV „Germania“ Hohnstedt gern übernahm, erfolgen. Nach einer beispielhaften Gemeinschaftsarbeit nahezu aller Hohnstedter Bürgerinnen und Bürger konnte die Halle am 15.02.1992 eingeweiht werden. Danach bildeten sich rasch Sportlergemeinschaften für Damen- und Herrengymnastik, Kinderturnen und Tischtennis. Außer Tischtennis werden auch heute noch alle Sparten angeboten und erfreuen sich großer Beliebtheit.

 

Ein Wermutstropfen auf den Verein fiel allerdings im Jahr 1994. Hier ging ein weiteres Stück Eigenständigkeit verloren. Aufgrund der Überalterung der Vereinsspieler musste auch im Herrenfußball eine Spielgemeinschaft eingegangen werden. Allerdings kann diese Maßnahme auch mit einem lachenden Auge betrachtet werden, hat sich doch die Fußballspielgemeinschaft (FSG) Vogelbeck / Hohnstedt positiv zum Nutzen beider Vereine in kameradschaftlicher Verbundenheit entwickelt. Im Jahre 2009 war es erforderlich die Spielgemeinschaft auszuweiten und durch die Einbeziehung von Edesheim wurde die FSG Leinetal gegründet.

 

Im Jahr 2013 wurde einen Spielgemeinschaft im Frauen-Fußball ins Leben gerufen. Unter dem Namen DeLaLei spielten die Frauen der Orte Denkershausen, Lagershausen und der FSG Leinetal zunächst in der Kreisklasse. 2015 gewann die Mannschaft die Meisterschaft und den KSN-Frauen-Kreispokal und spielte danach in der Kreisliga. 2016 wurde die Spielgemeinschaft aufgelöst, da keine Aktive mehr Mitglied eines der Vereine der FSG Leinetal war.

 

Die Mitglieder des Vereins können Stolz auf die Geschichte mit allen Höhen und Tiefen zurückblicken. Der Verein hat sich zu einem festen Bestandteil des dörflichen Lebens entwickelt, nicht nur die sportlichen Geschicke der Bürgerinnen und Bürger wurden geregelt, auch im kulturellen Bereich hat der Verein durch seine Veranstaltungen einen entsprechenden Stellenwert. Was aber wäre ein Verein ohne die Aktivitäten seiner Mitglieder, Freunde und Gönner.

 

Stellvertretend seien hier die Namen des Ehrenvorsitzenden Karl Lehmann und der Ehrenmitglieder Werner Eberhardt und Otto Mühlbach genannt. Sie trugen wesentlich dazu bei, den TSV „Germania“ Hohnstedt zu einer festen Größe im gesellschaftlichen Leben werden zu lassen. Es sollte fester Wille sein, den Verein in diesem Sinne mit Hilfe aller weiter zu entwickeln.

  

Der Vorstand

 

 

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